Allgemeines
Pfarre Lind

Frontansicht der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Lind / Drau
Pfarrer Konsistorialrat Hermann Rindler
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Hausanschrift: |
Lind / Drau 23 |
| Telefon (wenn das Pfarrbüro besetzt ist): | 04768 213 |
| Öffnungszeiten des Pfarrbüros: |
Donnerstags von 08,30 Uhr bis 10,30 Uhr |
Anbetungstag: 8. März
Wöchentlich stattfindende Gottesdienste:
SONNTAG, DIENSTAG und DONNERSTAG
(Beginnzeiten laut Gottesdienstordnung)
Kurzbeschreibung der Pfarrkirche Sankt Bartholomäus
(Auszugsweise aus der Chronik der Gemeinde Kleblach – Lind)
Die 1262 erstmals erwähnte Kirche ist in ihrem Äußeren überwiegend durch ein spätbarockes, aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts stammendes Erscheinungsbild gekennzeichnet.
Dieses wird bestimmt durch die von einem Giebel bekrönte dreiachsige Westfassade und den hohen Turm mit barock geschwungenem, spindelförmigem Zwiebelhelm (restauriert 1985).
Die gesamte Westfassade des Langhauses kennzeichnet eine strenge Untergliederung in drei Achsen, durch plastisch hervortretende Pilaster mit ionischen Kapitellen, die jeweils zwei übereinanderliegende Rundbogenöffnungen umrahmen: Im unteren Geschoß das Mittelportal und die beiden niedrigeren Seitenportale, im oberen zwei Fenster und die bemalte Mittelnische.
Erst darüber erhebt sich über dem Gesims der Giebel, der eine geschweifte, dreieckförmige Form aufweist. Die kunstvoll gestaltete Freskobemalung von 1788 zeigt innerhalb einer ornamentalen Umrahmung (Volutenband, Perlstabfries, Zopfgirlande u.a.) die allegorische Widergabe des Überganges vom Alten zum Neuen Testament, bzw. vom Alten zum Neuen Bund, der als figurales Geschehen geschildert wird. Zur Verdeutlichung des Inhalts ist als Bildunterschrift folgendes Textzitat aus dem Neuen Testament festgehalten:
„Siehe ich komme um deinen Willen o Gott zu verrichten / denn der Herr hat das alte Opfer aufgehebt und das neue bestättiget Paul. ad. Hebr. 10. Cap. 9. Vers.“
Ergänzend sind dazu im abschließenden Dreieckstympanon in Emblemform biblische und kirchliche Symbole zusammengefügt: Zentral ein geöffnetes Buch, das Schlüsselpaar des Petrus, ein stehender Kelch mit Hostie und IHS-Monogramm, rechts die Gesetzestafeln des Moses, links Krug und Opferlamm u.a.m.
Die Mittelnische über dem Hauptportal ist von Ornamenten umrahmt und enthält eine gemalte Figurenszene, die die Begegnung Christi mit der samaritischen Frau am Brunnen schildert.
Im Gegensatz zur Fassade wird der Innenraum der Kirche in seiner architektonischen Gliederung beherrschend von der Gotik bestimmt. Er präsentiert sich im Langhaus als breiter Saalraum mit eingezogenen kräftigen Wandpfeilern als Stützen des Netzrippengewölbes (um 1500). Durch den Triumphbogen erfolgt der Übergang zum schmäleren und drei Stufen erhöhtem Chor, der zu einem deutlich früheren Zeitpunkt (Mitte 14. Jahrhundert) entstanden ist. In der Spätbarockzeit wurde das westliche Joch samt Orgelempore angebaut.
Der aus dem 1. Drittel des 18. Jahrhunderts stammende Hochaltar zeigt im Zentrum eine Statue des Kirchenpatrons, des heiligen Bartholomäus, flankiert von den Statuen des heiligen Josef und der heiligen Barbara. Über der mächtigen Gebälkzone wurde zwischen zwei sitzenden Engelsgestalten die aus der Mariahilfkapelle stammende Schutzmantelmadonna aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts eingefügt. In stehender Pose hält sie das Christuskind, während zwei Engelsgestalten ihren Mantel emporhalten, unter dem die darunter knienden Menschen unterschiedlichen Standes Schutz finden.

Schutzmantelmadonna Foto: Reinhold Laber
Die 14 Passionsreliefs an den Langhauswänden stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wurden allerdings in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts von der ursprünglichen Maßwerkumrahmung losgelöst und direkt an die Wand gesetzt.
Aus dem 18. Jahrhundert stammen die auf Holz gemalten Bilder der 12 Apostel, welche sich auf der Brüstung der Orgelempore und der Seitenemporen befinden. Diese Apostelbilder wurden in den Jahren 2009 und 2010 restauriert.
Als Einzelobjekte sind die barocke Statue des wundenübersäten Schmerzensmannes (Mitte 18. Jh.) und die Statue der heiligen Magdalena (Anfang 19. Jh.) zu erwähnen.
Neben dem nördlichen Emporenaufgang befindet sich das Grabrelief des Ritters Perchtold von Lind aus dem 14. Jahrhundert. Perchtold war Mitstifter der Kapelle der Burg Unterlind bzw. der Mariahilfkapelle. Die Umschrift besagt, dass der im Jahr 1349 verstorbene Perchtold hier begraben liegt, sie enthält zudem die Namen der Frau Margaretha und des Sohnes Nikolaus, die möglicherweise die Stifter des Grabsteines waren.
In der Pfarre Lind im Drautal befinden sich außerdem die Kapelle Maria Hilf oberhalb der Pfarrkirche, die Kapelle Mariä Heimsuchung in Fellbach, die Filialkirche Sankt Andrä in Gajach, die Kapelle Maria Königin des Himmels am Radlberg, sowie die Kapelle Maria Königin des Friedens beim Arztmann in Siflitz.
Von der Pfarrkirche führt ein leicht ansteigender schöner Kreuzweg aus blockhaften Bildstockstationen zum Kalvarienberg empor, errichtet wahrscheinlich in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Umfangreiche Renovierung der Bildstockstationen 1956 unter großem Einsatz der Jugend.
Hugo Brandner aus Sachsenburg schuf 1988 die Mosaik – Darstellungen des Kreuzweges Christi.

Neuerliche Renovierung der Bildstöcke mit Erneuerung der Schindeldächer im Jahr 2009.
Auf dem Kalvarienberg, dem höchsten Punkt des Kreuzweges, befindet sich die zwölfte Station auf einer übergroßen überdachten Nischenwand in einer nachbarocken Wiedergabe der drei Kreuze, des Kreuzes Christi und der Kreuze der beiden Schächer, ergänzt durch die beiden Assistenzfiguren Maria, die Mutter Jesu, und Johannes Ev. in Trauerpose.

An diesem Platz rings um den Kalvarienberg – Bildstock soll sich das Zentrum der Burg Unterlind befunden haben, deren Inhaber im 14. Jahrhundert die knapp darunter liegende Burg- bzw. Mariahilfkapelle errichten ließen.
Mariahilf – Kapelle
Erbaut im Jahr 1347

Nachdem der Kalvarienberg 1954 aufgrund des desolaten Zustandes behördlich gesperrt wurde, entschlossen sich einige engagierte Lindner unter Organisation von Franz Pfeifer und tatkräftiger Mithilfe der Bevölkerung zur Renovierung der Marienkapelle.
Zur Sanierung der Mauern mußte ein Gerüst vom Graben aus aufgestellt werden.
Auch der Innenraum mußte komplett renoviert werden. Dabei wurde bei der Freilegung der Fresken u. a. auch das Lindner Wappen und das Erbauungsjahr freigelegt.

Die feierliche Einweihung der renovierten Kapelle fand am 03. Juli 1955 statt.
Das größte Interesse verdient der an der Südwand dargestellte Dreikönigszug aus der Erbauungszeit, eines der beliebtesten Themen der Gotik:
Vom Westen her sind zwei berittene Könige, die jeweils ein Geschenk tragen, zu sehen, im Hintergrund begleitet von zwei in Gegenrichtung ausgerichteten Männern mit eigenartigen Hüten, einer hornblasend als Ankünder des Geschehens. Die Hunde deuten auf eine höfische Jagdgesellschaft hin. Der vorderste greise König hat sich bereits niedergekniet, um sein Geschenk dem Jesuskind, das auf dem Schoß Mariens aufruht, darzubringen.

Bei den Gemälden an der Ostseite dürften es sich um Darstellungen aus dem Marienleben und der Passion Christi handeln.
Die beiden Statuen links und rechts des Altares zeigen den Hl. Joachim, sowie die Mutter Anna mit ihrer Tochter Maria.
Die beiden Bilder an der Fensterwand stellen den hl. Leonhard (als Mönch mit Abtstab und Kette mit Handschellen) und den hl. Martin (mit Bischofsstab und Gans), bzw. rechts von der rechten Fensteröffnung den auf dem Pferd reitenden und den Drachen bekämpfenden
hl. Georg dar.
In der Nische des barocken Altares (um 1720) steht eine Madonnenstatue von volkstümlich bescheidener Qualität aus späterer Zeit. Ursprünglich war da die gotische Schutzmantelmadonna, welche nach einer Altarrestaurierung 1969 aus Sicherheitsgründen in den Hochaltaraufsatz der Pfarrkirche übertragen wurde.
Im Aufsatzbild ist eine Darstellung der Dreifaltigkeit zu sehen.









